Eine neue Chance für den Wald – Fahrradexkursion

Thomas Schmitt und Uli Oberhauser gaben 15 interessierten Teilnehmer*innen einen guten Einblick in die Wiederbewaldung unserer Landschaft mit den damit verbundenen Konflikten und Chancen. Die Förster verdeutlichten, dass der Wald, Langfristig betrachtet, die beste Landnutzungsform sei, um der Atmosphäre CO2 zu entziehen – und somit den Klimawandel zu verlangsamen.

Aufforstungsflächen rund um Aschhausen

Los ging es in Aschhausen, zu Johannes Graf von Zeppelin. Er stellte den Teilnehmenden seine Flächen vor, die vor 4-5 Jahren noch ehemaliges Grünland und Ackerflächen waren. Besonders schön war, dass sich zusätzlich zu den gepflanzten Baumarten Roteiche, Kirsche und Douglasie noch viele weitere Baumarten wie Spitzahorn, Bergahorn, Feldahorn und Hainbuche auf natürlichem Wege einfanden.

Problem der Konkurrenz mit anderen Landnutzungsformen und Flächen aus Naturschutzsicht

Der Wald würde sich im Zuge der natürlichen Wiederbewaldung Sukzession viele Flächen wieder zurück erobern, wenn man es zuließe. Wertvolle Trockenwaldbiotpe und artenreiche seltene Waldgesellschaften könnten so entstehen. Tatsächlich tritt der Wald damit jedoch in Konkurrenz zu anderen schützenswerten Biotopen. Denn genau dort wo aufgrund der Hanglage oder der geringen Bodengüte die landwirtschaftliche Nutzung uninteressant wird, gilt es die unter Schutz der FFH-Richtlinie stehenden Bereich der Flachlandmähwiesen und der unter Schutz stehenden Streuobstwiesen zu erhalten.

Dennoch ist es möglich, auch auf solchen Flächen zusätzlichen Nutzen durch das Pflanzen von Bäumen zu generieren. Schöne Beispiele dazu lieferten Flächen im Steinbachtal bei Marlach, wo Karl-Eugen Zürn eine sogenannte Silvopastorale Nutzung seiner Flächen betreibt. Als Ersatz ehemaliger Streuobstnutzung wurden Waldbäume wie Vogelkirsche und Schwarznuss in weitem Anstand zur späteren Holznutzung gepflanzt. Die Wiesen darunter werden beweidet. Es handelt sich um dabei um eine moderne Form agroforstwirtschaftlicher Nutzung.

Den Abschluss machte eine gelungene 30 Jahre alte Teilaufforstung eines Hanggrundstückes in Marlach. Mit viel Herzblut und Mühe konnten Daniel und Ludwig Walter den Radelnden zeigen, wie sie ein Wäldchen mit den Baumarten Spitzahorn, Vogelkirsche, Eiche und Linde hochgebracht haben.

Es wurde klar, dass es wieder einmal gilt, viele Interessen unter einen Hut zu bekommen und letztendlich der Dialog zwischen den Beteiligten das ist, was unserer Natur helfen kann.