Besuch SOLAWI Neuenstein-Hohenlohe e.V.

Wer oder was ist SOLAWI?  

SOLAWI ist solidarische Landwirtschaft

SOLAWI ist eine Gemeinschaft aus GemüseabnehmerInnen und GärtnerInnen. Die Mitglieder finanzieren die ganze Landwirtschaft und nicht nur das einzelne Lebensmittel. Sie erhalten einen Ernteanteil, dessen Herkunft und Anbauweise direkt nachvollzogen werden kann. Ein fester Kostenbeitrag der GemüseabnehmerInnen gewährleistet Planungssicherheit und ein faires Einkommen für die GärtnerInnen. Durch aktives ehrenamtliches Mitwirken entsteht ein direkter Bezug zur Erzeugung von Lebensmitteln und deren Wertschätzung.

Der Verein SOLAWI Neuenstein- Hohenlohe e. V. ist eine Gruppe von Menschen, die selbstbestimmte, nachhaltige und regionale Ernährung und Landwirtschaft umsetzen wollen. Daher haben sie die solidarische Landwirtschaft gegründet und bauen seit 2019 gemeinschaftlich saisonales und biologisches Gemüse in Neuenstein an. Für das Jahr 2020 konnten sie einen Gärtner und eine Gärtnerin für ihr Vorhaben begeistern. Die beiden bewirtschaften fachkundig das Land (zurzeit ca. 1 Hektar von der Gesamtfläche 3,5 Hektar) der SOLAWI. Das große Ziel des Vereins ist es, dem Gemüseanbau wieder die Wertschätzung zu geben, die diesem zusteht.

Am Freitag, 12. Mai, wurde unsere zehnköpfige Besuchergruppe aus Mitgliedern des Klimateam in der neu gebauten Vereinsscheune herzlich empfangen und in die obenstehende Philosophie des Vereins eingeführt. Eine wichtige Frage zu Beginn war die nach der Finanzierung der hauptamtlichen Arbeitskräfte und nach der Bezahlung der Früchte. Anwesende Gründungsmitglieder und der Gärtner informierten ausführlich und für jeden verständlich ihr solidarisches Prinzip.

Am Anfang des Jahres wird in der Bieterrunde der Monatsbeitrag für einen Ernteanteil festgelegt. Jede bietet den Betrag, den er oder sie sich leisten kann und will. Die einen etwas mehr, die anderen etwas weniger – bis das erforderliche Jahresbudget für den Gemüseanbau erreicht ist.

Ihren Gemüseanteil können die MitgliederInnen wöchentlich in Neuenstein abholen. Zusätzlich kann sich jeder jederzeit mit seinen Fähigkeiten einbringen – auf dem Acker, beim Planen von Events oder auch in einzelnen Arbeitsgruppen. Es gilt immer das Prinzip: „Jeder kann – niemand muss!“

Nach einer ausführlichen Einführung bei gereichtem Früchtetee folgte der Rundgang über das Gelände. Im Gewächshaus konnten die jungen Pflanzen für die diesjährige Saison begutachtet werden. Es folgte die Schnecken vertilgende Gruppe von Laufenten und ein neu angelegter Bewässerungsteich. Der begleitende Gärtner gab auf alle Fragen bereitwillig Auskunft. Die Gemüsefelder und ihre speziellen Pflanzmethoden wurden am Beispiel anschaulich erläutert. Am Ende des Rundgangs durfte jeder im zentralen Kräutergarten einen Strauß mit persönlich bevorzugten Kräutern ernten, mit der Vorgabe, sie anschließend als Auflage auf Baguette essen zu dürfen. Mit dem gemeinsamen Vesper von Kräuterbroten und Getränken und weiteren Fragen zum Verein, zur Bewirtschaftung und der Verteilung der Früchte endete nach sehr interessanten drei Stunden der Besuch für uns bei den freundlichen Menschen der SOLAWI. Die TeilnehmerInnen bedankten sich mit persönlichen Spenden und der Vorsitzende Fabian Fluhrer übergab eine Spende des Klimateams an den gastgebenden Verein. Man versprach, weiter einen kooperativen Kontakt zu pflegen, eine Erweiterung der Mitgliederzahl von SOLAWI zu unterstützen und ein Beratungsangebot des Klimateams durch diesen Verein, falls einmal nötig, anzunehmen.